15.09.2013

"Klare Sicht auf die Kulturhauptstadt 2010" war einfach ein tolles Projekt, ...

... so als spaßige Ablenkung vom Studium!

Hoffentlich heisst es nicht irgendwann: "Aus dir wär' sicher was geworden, wenn du im Studium die Veranstaltungen besucht hättest und nicht irgendwelchen Fremden die Frontscheibe geputzt hättest." Na gut, vielleicht ist ja etwas dran, aber es schien zu dieser Zeit einfach so wahnsinnig wichtig, einen (wenn auch nur sehr kleinen) Beitrag zu dem Anliegen von Görlitz beizutragen, Kulturhauptstadt Europas 2010 zu werden.

Wie bereits neulich in einem Facebook-Post gezeigt, berichtete die Sächsische Zeitung in der Görlitzer Ausgabe wie folgt darüber:

Berichterstattung der Sächsischen Zeitung über das Projekt
"Klare Sicht auf die Kulturhauptstadt Europas 2010"
Animiert durch dieses Fundstück durchforstete ich weiter die tiefe Ordnerstruktur meiner Dateiablage aus der Hochschulzeit und fand weitere interessante Fotos von unserer Tätigkeit. Da viele Bilder einfach zum Schmunzeln sind, will ich sie niemandem vorenthalten. An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, insbesondere die Mitglieder des Fördervereins Kulturhauptstadt Europas 2010, aber auch alle damalig Studierenden, für die es zweifelsfrei hart erarbeitete Vpn-Stunden waren ;-)  Ebenfalls ein großer Dank gilt Prof. Dr. Herbert Bock, der dieses Projekt erst ermöglichte.

Dienstfahrzeug der 'Crew' vom Förderverein.

Ja ja, auch die Dienstfahrzeuge haben 'Klare Sicht' verdient.

... Und natürlich auch die anderen Dienstfahrzeuge,
die ebf. 'Klare Sicht' brauchen.

Ich glaube das war das Lokalfernsehen oder der MDR.

Kampfausstattung, vieles gesponsert von einzelnen Mitglieds-
unternehmen und -unternehmern des BVMW Oberlausitz.

Für Skeptiker: Unsere Vertragsbedingungen.

Insiderwissen: Der Volvo ist die Zivilstreife
auf ostsächsischen Autobahnen.

Das gesamte Picasa-Album ist hier zu finden. Aber ob klare Sicht oder auch nicht: Görlitz wurde leider nicht Europas Kulturhauptstadt 2010, sondern Essen. Seitdem heisst es in Görlitz spöttisch:

"Wenn schon Essen, dann in Görlitz!"

So, genug mit den Erinnerungen! Jetzt heisst es neue Projekte aufreißen, und zwar im Hier und Jetzt. Einen schönen Sonntag noch.



"Blended Learning", "Virtual Classroom" oder "Lernnetz" - wie sie auch heißen, wir Trainer müssen da wohl doch ran!

Obwohl ich mich bis vor kurzem erfolgreich davor drücken konnte, auf eines dieser Aus-/Weiter-/ Bildungskonzepte 'einzusteigen', welche Trainer und Teilnehmer per Audio-/Videoübertragung verbinden, kann letztlich der Schluss nur lauten: Wir kommen ja doch nicht um die Auseinandersetzung herum! War ich doch bisher der Meinung, dass insbesondere wir Softskiller ein recht gutes Alibi haben, muss ich mich nun beugen und sagen: "Ja, ob Kommunikation, gruppendynamische Aspekte und allgemein bisher eher rollenspiellastiger Präsenz-Content lässt sich auch über die Entfernung gestalten."

Ein kürzlich zu erfüllender Auftrag in Berlin-Mitte lehrte mich: Hab' keine Angst, unterschiedliche Standorte bedeuten nicht automatisch ein 'Hinweggleiten' der Gruppe an allen brisanten, sonst gern durch physische Präsenz kontrollierten Situationen. Meine drei angehenden IT-Trainer nutzten allen Raum und alle Entfaltungsmöglichkeiten, die unsere Audio-/Videoverbindung (und vielleicht gerade auch die eigene Entscheidungsfreiheit über die Freigabe von Audio bzw. Video) bot. Sicherlich ist es in Reflexionen zu Übungen oder kurzen Rollenspielsequenzen, die man für die Gruppenmitglieder an den anderen Standorten 'vorgespielt' hat, teilweise schwierig die Sequenzen positiv und dennoch kritisch zu feedbacken. Den Ton des anderen zu treffen, ohne ihn direkt zu sehen, ist ähnlich schwierig wie etwa das Besprechen brisanter Inhalte am Telefon. Jedesmal fragt man sich, ob der andere möglicherweise bewusst die Videoübertragung ausgeschaltet hätte, bis sich herausstellt, dass es ein Versehen war und man schon wieder Schlimmeres befürchtete als der Fall war - und JA, "man" bin in diesem Fall natürlich ich, wer sonst?! 

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir müssen ran, an diese Form des 'Zusammenarbeitens'. Es mag sich in der ersten Zeit ziemlich unecht anfühlen, gerade wenn man - wie ich - auf dynamische Gruppen steht. Aber bereits in der zweiten Woche habe ich die Berührungsängste ablegen können, direkt in die Webcam geschaut und meine Teilnehmer in persona darin sehen können. (Ein schönes Schlußwort, wie ich finde.) :-)

11.09.2013

Clevere Strategien bei der Personalsuche - Grünheider Handwerksbetrieb macht's vor!


Meist sind es die Medien- und Marketing-Branche o. ä., die uns die neuen Trends in der Such-und-Find-Welt online sowie offline zeigen. Glamour, Trends, In- und Out-Listen bestimmen üblicherweise das, was wir für richtig und zeitgemäß halten. Zeitgemäß scheint schon mal die Sicht zu sein, dass es Unternehmen jeglicher Branchen immer schwerer haben, geeignetes Personal zur Besetzung ihrer Vakanzen zu finden. Posts, wie diesen hier, finden sich tausendfach im world wide web, offline titeln es nicht nur Fach- sondern mittlerweile alle Publikums- und auch die 'Ohne-Publikum-Zeitschriften' sowie diverse, in Art und Güte nicht extra betitelte Blätter:

Mau sieht's aus, mit jungen und dynamischen Mitarbeitern, 
die bereit sind ihre Seele an den künftigen Chef zu verkaufen. 

Aber auch wenn man einen fairen Deal als Arbeitgeber anstrebt, findet sich nicht in jeder Region gleich die willige Fachkraft - ob man's glaubt oder nicht: Das ist nicht nur bei den Ingenieuren und den IT-Fachkräften so. Der Fachkräftemangel wird langsam zu einem flächendeckenden Kräftemangel, zumindest in einigen, meist etwas dünner besiedelten Gebieten.

Ideenreichtum ist also nun erstmal dem Unternehmer abverlangt, der auf sich aufmerksam zu machen versucht, bevor der Herr Bewerber - so hieß es damals vor gar nicht langer Zeit - zeigen solle, dass er der am besten geeignete Bewerber für die betreffende Position sei. Mittlerweile buhlen die Unternehmen um den potenten Nachwuchs, wie hier aus der Regionalpresse hervorgeht. Aber wie soll sich das ein Handwerksbetrieb leisten können, den Inhaber oder einen Meister mit geschultem Blick zu solch für die Branche eher unüblichen Veranstaltungen zu entsenden?! In der Dienstleistungsbranche weitgehend vorstellbar, liest sich - sind wir mal ehrlich - die Kombination Handwerk und Jobmesse schon scheiße! Alternativen bieten hierbei pfiffige Handwerksbetriebe bspw. im Landkreis Oder-Spree, wie ich feststellen musste. 

Der Dachdeckermeister Raik Gronau aus Grünheide (Mark) hat einen ganz eigenen Weg eingeschlagen, um williges und fähiges Personal zu finden. An der einzigen belebt wirkenden Ampelkreuzung der Gemeinde und beim Blick auf eine gut sichtbare Fassade vom Firmensitz und Grundstück von Raik Gronau ziehen große Plakatwände die Augen des Betrachters auf sich. Zu diesen Zeiten mag man im ersten Moment denken: "Huch, welche Partei wirbt den da für sich?" Der Gedanke kommt sicher auf, da sonst fast ausschließlich politische Parteien die Unverfrorenheit besitzen auch in ländlichen Regionen so massiv (im Sinne von großflächig direkt an der Straße, nicht die herkömmlichen Werbeträger nutzend) zu werben. In der Stadt ist das Ansinnen ja klar: Sich in der Werbeflut durchsetzen wollen, aber auf dem Lande ... ziemlich fragwürdige Strategie.

ABER NEIN, keine Partei, nix da großes Politikum in kleinem Dorfe, sondern ein Handwerksbetrieb, der mit gerade verurteilter Größe der Werbeflächen nicht etwa direkt seinen Umsatz vergrößern, seine Kundenkartei erweitern oder seine Auftragsbücher noch üppiger füllen möchte, sondern schlicht und einfach gutes Personal sucht, um die ohnehin propper gefüllten Bücher abarbeiten zu können. 

"WANTED" titeln die Plakate ganz massiv, wie man sonst nur den Schlüssel, die Brieftasche, den Sinn des Lebens oder die Lebenspartnerin 'wanted' - naja, vielleicht in anderer Reihenfolge. Aber, dass sowohl Angestellte des Zimmerer-/Dachdeckerhandwerks, als auch Auszubildende in derselben Richtung ge-wanted werden, bin ich in diesem Stil nicht gewöhnt. Scheinbar kommt der als schleichend angekündigte, sich angeblich über Jahrzehnte hinziehende Prozess des demographischen Wandels nun schneller und überrumpelnder, als zunächst angenommen.

Auf diesen Bildern kann man sich einen Eindruck von den beschriebenen Werbe- bzw. Wanted-Flächen am Firmensitz machen. Ich finde, dass es sich hier um ein gelungenes Machwerk handelt. Unternehmensname/Logo/Signet auffällig inszeniert und dem untergeordnet, das aktuelle Anliegen des Unternehmers - seine Suche nach kompetenten Mitarbeitern. 

WANTED-Plakate am Firmensitz.

Wanted-Plakate am Bretterzaun und Fassade im Corporate Design.
(Wenn sich das umdreht, haben wir wahrscheinlich den Zenit des demographischen Wandels erreicht.)

Das "Wanted-Geschehen" an Grünheide's mit Abstand belebtester Ampelkreuzung stellt sich wie folgt dar: Auf einer der Seniorenresidenz vorgelagerten Freifläche halten zwei kleine KfZ-Anhänger als Werbeträger her, stützen also je ein WANTED-Plakat. 

DEAD OR ALIVE: Direkt an der Ampelkreuzung:
Vier Straßen, vier Rotphasen - clever gemacht, Herr Gronau!

Großes Lob an den Ideengeber - kommt zumindest bei mir sehr gut an!

Was nehmen wir mit? Nein, wir nehmen nicht die PKW-Anhänger mit und pflastern unsere Werbebotschaft über die von Raik Gronau! Es muss scheinbar nicht immer der qualitativ hochwertigste und viel versprechendste Stellenmarkt oder der pompöse Messestand sein - manchmal tut's auch die gute Idee bzw. die sympathische und authentische Botschaft.

Mal abgesehen davon, dass Fahrzeuganhänger bereits als Werbefläche etabliert sind, halte ich diese Mischung (Werbeziel: Personalzuwachs, Fläche: Anhänger und Aufbau für Plakat, Ort: zentral gelegenes Grundstück einer Seniorenresidenz) durchaus für eine Form des Guerilla-Marketing.

Jay C. Levinson etablierte das Guerilla-Marketing in den 80er Jahren in den USA. Dieser Ansatz eignet sich für kleine und mittlere Betriebe insbesondere wegen seines Hauptmerkmals: Es ist kostengünstig und geschieht meist an ungewöhnlichen Orten, auf nicht als Werbemittel etablierten Flächen oder zeigt sich als überraschendes Ereignis. Eine genaue Definition ist oft schwierig. Daher hier noch ein paar Beispiele:

Guerilla-Aktion mit (Saug-) Wirkung.
Das Weiß spricht für das Reinigungspersonal.
Flugblätter mit Abreiß-Zetteln können auch Guerilla sein.

Haben Sie Interesse an Virus- & Guerilla-Marketing? Melden Sie sich! Wir entwickeln einen umfassenden Ansatz oder auch nur einzelne Maßnahmen für Ihr Unternehmen! Vielleicht brauchen Sie auch nur etwas Starthilfe beim Ideen generieren ... !



05.09.2013

Inhaltlich mit "Krawallwissenschaftler" Manfred Spitzer sein ...


Im Zusammenhang mit meinem 4-wöchigen Methodik- & Didaktik-Seminar bei The Campus GmbH (einer TÜV Rheinland-Tochter) für angehende IT-Trainer stieß ich auf den sicher vielen bereits bekannten Hirnforscher und Autor Professor Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer, oder genauer: Auf die recht amüsant banalisierten Ableitungen und Schlüsse, welche aufgrund unserer Hirnarchitektur und der Funktionsweise dieses 1,4 Kilogramm schweren Denkapparates zulässig sind. 

Der renommierte Mediziner und Psychiater vom Universitätsklinikum Ulm mit Gastprofessuren u. a. an der Harvard University veranschaulicht wenig entertainmentlastig jedoch anschaulich genug auf sympathische Weise das Alltagsgeschehen in unserem Kopf. Freunde von gemeinsamer Hypothesengenerierung mit dem Redner und adhoc-Erläuterungen von Experimenten und Versuchsaufbauten zur Verifizierung kommen auf ihre Kosten. 

Eines sei an dieser Stelle vorweg genommen, da es nun schon häufiger von Teilnehmern und Kollegen geäußert wurde: Über ein möglicherweise aufkommendes Gefühl von Arroganz und Überheblichkeit - so meine ich - ist der gute Mann a) vermutlich recht erhaben und b) lässt sich durch ein Fokussieren des Inhalts und der Informationen meist auch darüber hinwegsehen. 





Weitere interessante Videos von Manfred Spitzer sind in meiner Playlist Hirnforschung zu finden. Eine Liste seiner Veröffentlichungen: Literaturliste Manfred Spitzer. Die Informationen sind teilweise redundant, macht aber nix und hilft beim Behalten!